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Mark West, Core-Entwickler
Donnerstag, 23. Oktober 2003, noch keine Kommentare
Welchen Nickname benutzt du?
Keinen - zumindest in der Postnuke-Community keinen
Ich heiße da einfach markwest - originell, oder?
Wo lebst Du eigentlich?
In Kingston-Upon Thames, Süd-West London in Großbritannien.
Und als was verdienst Du dort Deine Brötchen?
Als Mitarbeiter der Instituts für Informatik an der Universität in Kingston. Mein Spezialgebiet sind Verzeichnis-basierte Enterprise-Lösungen. Hauptsächlich habe ich da mit großen Verzeichnisdiensten (Novell eDirectory) und ähnlichen Verzeichnis-basierten Anwendungen zu tun. Daneben bin ich noch an der Entwicklung der Serviceangebote der Universität beteiligt.
Wie bist Du dann zu Postnuke gekommen?
Ich war auf der Suche nach etwas, um eine Website zu betreiben, die die Freizeit von mir und einigen Freunden organisieren sollte - in den Pub gehen, zu Events, mit Fotos usw. Das war Ende 2001. Ich installierte mir damals PostNuke, PHPNuke und einige andere dynamische Systeme. Damals war gerade PostNuke .70 aktuell. Obwohl ich damals nicht 100% zufrieden mit PostNuke war, las ich eine Menge über die Richtung, die PostNuke einschlagen sollte - der modularen Aufbau und die API und grundsätzlich PostNuke Ausrichtung. Das wirkte sehr vielversprechend und ensprach meinen Vorstellungen. Ich habe mich dann aber entschlossen auf .71 zu warten, um meine Arbeit zu beginnen.
Als .71 dann veröffentlicht wurde, konnte ich mein (kleines) Projekt zu starten. Ein wichtiges Feature gab es aber damals nicht: Das Umfragemodule erfüllte nicht meine Anforderungen, so dass ich die Sache selbst in die Hand nehmen mußte. Wie bei jeder neuen Technologie, und die API war damals brandneu, war die Gruppe von Leuten, die bei der Entwicklung unterstützen konnten recht klein. Bis Juni 2002 hatte ich mich aber in die Materie eingearbeitet und die erste Version meiner "Advanced Polls" fertig. Hier dachte ich auch zum ersten Mal daran den SourceCode der Community zur Verfügung zu stellen. Da es sich hierbei aber um meine erste derartige Veröffentlichung handelte, mußte ich mir die Sachen ein paar Wochen durch den Kopf gehen lassen. Vor allem beschäftigte mich, ob ich Zeit und Lust genug für den späteren Support hatte.
Im Nachhinein war das eine gute Entscheidung. Das Modul kam gut an, und einige Bugs wurden noch ausgeräumt. Zu dieser Zeit wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte dem Core-Team beizutreten. Leider bin ich in dem Sommer gar nicht mehr dazu gekommen, denn inzwischen hatte Postnuke noch eNvolution und Xaraya hervorgebracht. Ich habe mich dann erstmal zurück gehalten und auf meinen eigenen Code konzentriert und mich intensiv mit dem Core-Code auseinander gesetzt.
Dann wurde die Foren bei postnuke.com von den alten CyBoards auf phpBB2 umgestellt und stellten einen großartigen Fortschritt dar, wie man auch in den letzten 15 Monaten sehen konnte. Ich begann den Leuten dort zu helfen und mit meiner Analyse des Core-Codes konnte ich immer mehr Entwicklerfragen beantworten. Aus einigen Stunden Engagement wurden viele mehr. Diesen Januar hatte ich einen Punkt erreicht, dass ich dem Projekt und der Community sehr helfen könnte und da ich gerade Zeit hatte, habe ich mich bei Core-Team gemeldet.
Seither habe ich unzählige Stunden dabei geholfen, das zu formen, was einem Postnuke .8 werden wird. Den Aufwand für den Schritt zur Version .8 ist etwas was ich total unterschätzt habe, als ich damals dem Team beitrat. Alle Module nicht nur API-konform, sondern auch voll getemplatet umzuschreiben hat sich als umfangreiche Aufgabe herausgestellt.
Was ist denn Deine Aufgabe im Core-Team?
Hauptsächlich kümmere ich mich um die Modul-Entwicklung. Darüberhinaus helfe ich überall, wo ich kann. Das sind meist alles, was nichts mit Layouts zu tun hat, ich mache einen Bogen um alles was auch nur entfernt graphisch ist. Ich kann ein ganzen Modul schreiben, aber scheitere beim Admin-Icon.
Wie arbeitest Du an Postnuke?
Ich würde meinen Stil als Professonell bezeichnen, das bring schon mein Job mit sich. Da ich in Kingston Erstsemestern Programmiertechniken, Daten Strukturen und Alogorithmen beigebracht habe würde ich meinen Stil auch als streng bezeichnen. Das betrifft vor allem Programmlayouts, Konsistenzen und Stil. Wer sich einmal den CVS Code der .8 anschaut, wird der hohe Grad Konsistenz aufgefallen sein, der überall in meinem Code zu finden ist. Ich bin mir der Vorteile sicher, die ein strikter, konsistenter und akademischer Programmieransatz mit sich bringt: Der Code wird stärker, stabiler und am Ende zu einem fehlerfreien Endprodukt.
Die Modulstruktur von Postnuke sorgt dafür, dass man im Core-Team selten zusammen an speziellen Code arbeitet. Die Teamarbeit beschränkt sich auf Diskussionen um Problemstellungen und -lösungen, bevor auch nur eine Zeile Code geschrieben wurden. Ist diese Phase abgeschlossen setzt sich der Zuständige hin und schreibt den Code.
Der Einfluß der Community ist dabei großartig. Ich würde nicht tun, was ich tue ohne die Community. Ich habe viele Freunde in aller Welt durch meine Postnuke-Arbeit gefunden. Ich versuche dabei in den Foren möglichst präsent zu sein. Wenn man als Programmierer mal seinen Kopf im Code verliert, wird man im Forum schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Wenn die Leute nichts mit dem Produkt anfangen können und es nicht verstehen, dann war aller Aufwand umsonst. Vieles von dem, was ich bisher gemacht habe, beruht auf der Lösung von spezifischen Probleme die beim Support im Forum aufgetreten sind.
Was ist das größte Problem bei Deiner Arbeit?
Die größte Schwierigkeit ist, meine Erfahrungen aus der komerziellen Arbeit aus der Postnuke Entwicklung herauszuhalten. Postnuke war und ist ein Produkt, das immer bei normalen Web-Hostern läuft. Nun gibt es aber immer wieder Wünschen dieses oder jenes Produkt zu integrieren. Wenn mir jemand soetwas bei der Arbeit vorschlüge, würde ich empfehlen das Produkt auf Verzeichnisdienst umzustellen, oder eine Alternative zu wählen, die das schon kann. Ganz offensichtlich bietet aber der durchschnittliche Web-Hoster keinen LDAP-kompatiblen Verzeichnisdienst.
Wo liegen Deiner Meinung nach die Stärken und Schwächen von Postnuke?
Der stärkste Punkt von Postnuke ist die Community und die dadurch bestehende Basis. Der Schwachpunkt ist sicher wie in 99% der OS-Entwicklungen die Dokumentation und, das muß ich zugeben, da bin ich nicht besser als 99% der schon interviewten Entwickler.
Noch etwas?
Ich fand den Namen immer etwas bekloppt.
Ich wollte auf diesem Weg die Community dazu aufrufen, auch weiterhin Vorschläge und Kommentare einzureichen und wenn jetzt der eine oder andere darüber nachdenkt, auch dem Team zu helfen, fallen mir jede Menge Dinge ein, mit denen man uns helfen kann.
Vielen Dank für das schöne Schlußwort und das Interview
Kein Problem - Ich habe mich gefreut ein paar Fragen geklärt zu haben. Ich häng jetzt wieder im Forum rum. Aber bevor ich das tue: Wenn sich jemand für Advanced Polls interessiert - das gibt's unter http://www.markwest.me.uk
Keinen - zumindest in der Postnuke-Community keinen
Wo lebst Du eigentlich?
In Kingston-Upon Thames, Süd-West London in Großbritannien.
Und als was verdienst Du dort Deine Brötchen?
Als Mitarbeiter der Instituts für Informatik an der Universität in Kingston. Mein Spezialgebiet sind Verzeichnis-basierte Enterprise-Lösungen. Hauptsächlich habe ich da mit großen Verzeichnisdiensten (Novell eDirectory) und ähnlichen Verzeichnis-basierten Anwendungen zu tun. Daneben bin ich noch an der Entwicklung der Serviceangebote der Universität beteiligt.
Wie bist Du dann zu Postnuke gekommen?
Ich war auf der Suche nach etwas, um eine Website zu betreiben, die die Freizeit von mir und einigen Freunden organisieren sollte - in den Pub gehen, zu Events, mit Fotos usw. Das war Ende 2001. Ich installierte mir damals PostNuke, PHPNuke und einige andere dynamische Systeme. Damals war gerade PostNuke .70 aktuell. Obwohl ich damals nicht 100% zufrieden mit PostNuke war, las ich eine Menge über die Richtung, die PostNuke einschlagen sollte - der modularen Aufbau und die API und grundsätzlich PostNuke Ausrichtung. Das wirkte sehr vielversprechend und ensprach meinen Vorstellungen. Ich habe mich dann aber entschlossen auf .71 zu warten, um meine Arbeit zu beginnen.
Als .71 dann veröffentlicht wurde, konnte ich mein (kleines) Projekt zu starten. Ein wichtiges Feature gab es aber damals nicht: Das Umfragemodule erfüllte nicht meine Anforderungen, so dass ich die Sache selbst in die Hand nehmen mußte. Wie bei jeder neuen Technologie, und die API war damals brandneu, war die Gruppe von Leuten, die bei der Entwicklung unterstützen konnten recht klein. Bis Juni 2002 hatte ich mich aber in die Materie eingearbeitet und die erste Version meiner "Advanced Polls" fertig. Hier dachte ich auch zum ersten Mal daran den SourceCode der Community zur Verfügung zu stellen. Da es sich hierbei aber um meine erste derartige Veröffentlichung handelte, mußte ich mir die Sachen ein paar Wochen durch den Kopf gehen lassen. Vor allem beschäftigte mich, ob ich Zeit und Lust genug für den späteren Support hatte.
Im Nachhinein war das eine gute Entscheidung. Das Modul kam gut an, und einige Bugs wurden noch ausgeräumt. Zu dieser Zeit wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte dem Core-Team beizutreten. Leider bin ich in dem Sommer gar nicht mehr dazu gekommen, denn inzwischen hatte Postnuke noch eNvolution und Xaraya hervorgebracht. Ich habe mich dann erstmal zurück gehalten und auf meinen eigenen Code konzentriert und mich intensiv mit dem Core-Code auseinander gesetzt.
Dann wurde die Foren bei postnuke.com von den alten CyBoards auf phpBB2 umgestellt und stellten einen großartigen Fortschritt dar, wie man auch in den letzten 15 Monaten sehen konnte. Ich begann den Leuten dort zu helfen und mit meiner Analyse des Core-Codes konnte ich immer mehr Entwicklerfragen beantworten. Aus einigen Stunden Engagement wurden viele mehr. Diesen Januar hatte ich einen Punkt erreicht, dass ich dem Projekt und der Community sehr helfen könnte und da ich gerade Zeit hatte, habe ich mich bei Core-Team gemeldet.
Seither habe ich unzählige Stunden dabei geholfen, das zu formen, was einem Postnuke .8 werden wird. Den Aufwand für den Schritt zur Version .8 ist etwas was ich total unterschätzt habe, als ich damals dem Team beitrat. Alle Module nicht nur API-konform, sondern auch voll getemplatet umzuschreiben hat sich als umfangreiche Aufgabe herausgestellt.
Was ist denn Deine Aufgabe im Core-Team?
Hauptsächlich kümmere ich mich um die Modul-Entwicklung. Darüberhinaus helfe ich überall, wo ich kann. Das sind meist alles, was nichts mit Layouts zu tun hat, ich mache einen Bogen um alles was auch nur entfernt graphisch ist. Ich kann ein ganzen Modul schreiben, aber scheitere beim Admin-Icon.
Wie arbeitest Du an Postnuke?
Ich würde meinen Stil als Professonell bezeichnen, das bring schon mein Job mit sich. Da ich in Kingston Erstsemestern Programmiertechniken, Daten Strukturen und Alogorithmen beigebracht habe würde ich meinen Stil auch als streng bezeichnen. Das betrifft vor allem Programmlayouts, Konsistenzen und Stil. Wer sich einmal den CVS Code der .8 anschaut, wird der hohe Grad Konsistenz aufgefallen sein, der überall in meinem Code zu finden ist. Ich bin mir der Vorteile sicher, die ein strikter, konsistenter und akademischer Programmieransatz mit sich bringt: Der Code wird stärker, stabiler und am Ende zu einem fehlerfreien Endprodukt.
Die Modulstruktur von Postnuke sorgt dafür, dass man im Core-Team selten zusammen an speziellen Code arbeitet. Die Teamarbeit beschränkt sich auf Diskussionen um Problemstellungen und -lösungen, bevor auch nur eine Zeile Code geschrieben wurden. Ist diese Phase abgeschlossen setzt sich der Zuständige hin und schreibt den Code.
Der Einfluß der Community ist dabei großartig. Ich würde nicht tun, was ich tue ohne die Community. Ich habe viele Freunde in aller Welt durch meine Postnuke-Arbeit gefunden. Ich versuche dabei in den Foren möglichst präsent zu sein. Wenn man als Programmierer mal seinen Kopf im Code verliert, wird man im Forum schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Wenn die Leute nichts mit dem Produkt anfangen können und es nicht verstehen, dann war aller Aufwand umsonst. Vieles von dem, was ich bisher gemacht habe, beruht auf der Lösung von spezifischen Probleme die beim Support im Forum aufgetreten sind.
Was ist das größte Problem bei Deiner Arbeit?
Die größte Schwierigkeit ist, meine Erfahrungen aus der komerziellen Arbeit aus der Postnuke Entwicklung herauszuhalten. Postnuke war und ist ein Produkt, das immer bei normalen Web-Hostern läuft. Nun gibt es aber immer wieder Wünschen dieses oder jenes Produkt zu integrieren. Wenn mir jemand soetwas bei der Arbeit vorschlüge, würde ich empfehlen das Produkt auf Verzeichnisdienst umzustellen, oder eine Alternative zu wählen, die das schon kann. Ganz offensichtlich bietet aber der durchschnittliche Web-Hoster keinen LDAP-kompatiblen Verzeichnisdienst.
Wo liegen Deiner Meinung nach die Stärken und Schwächen von Postnuke?
Der stärkste Punkt von Postnuke ist die Community und die dadurch bestehende Basis. Der Schwachpunkt ist sicher wie in 99% der OS-Entwicklungen die Dokumentation und, das muß ich zugeben, da bin ich nicht besser als 99% der schon interviewten Entwickler.
Noch etwas?
Ich fand den Namen immer etwas bekloppt.
Ich wollte auf diesem Weg die Community dazu aufrufen, auch weiterhin Vorschläge und Kommentare einzureichen und wenn jetzt der eine oder andere darüber nachdenkt, auch dem Team zu helfen, fallen mir jede Menge Dinge ein, mit denen man uns helfen kann.
Vielen Dank für das schöne Schlußwort und das Interview
Kein Problem - Ich habe mich gefreut ein paar Fragen geklärt zu haben. Ich häng jetzt wieder im Forum rum. Aber bevor ich das tue: Wenn sich jemand für Advanced Polls interessiert - das gibt's unter http://www.markwest.me.uk
Anmerkung: Nächstes Interview mit Jörg Napp, auch Core Entwickler, hr kennt ihn auch alle unter dem Minimal-Pseudonym "jn".